Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
  • Wie die Piratenfraktion über die Quote denkt

    von enigma424 am 18. Oktober 2011 um 17:21

    Aufgrund der aktuellen politischen Diskussion über Frauenquoten, veröffentliche ich hier die Aussagen der 15 Abgeordneten zur Frauenquote. Die Aussagen waren Teil der Bewerbung für die Landesliste im Februar 2011 und wurden im immer noch zugänglichen Piratomat getätigt.

    Die zu bewertende Aussage lautete: “Die Einführung von Quoten in Politik und Wirtschaft schafft Gleichberechtigung.” Die kurze Antwort war 15mal Nein. Berücksichtigt werden sollte aber an dieser Stelle, dass Politik und Wirtschaft hier nicht unterschieden wurden. Bei mir zumindest hätten die beiden Antworten sonst durchaus unterschiedlich hätten ausfallen können. Viel spannender sind also die Antworten im Detail:

    Andreas Baum: –

    Gerwald Claus-Brunner: Besser ist es die Benachteiligungen die zur Forderung einer Quote führen direkt beseitigen wie z.B.Kinderbetreuung ausbauen und preiswerter,Sprachunterricht auch schon in der Grundschule.

    Christopher Lauer: Das bedeutet nicht, dass ich Quoten grundsätzlich ablehne, ich glaube nur, dass sie halt nicht zu einer Gleichberechtigung der Menschen führt, die in diesem Land leben.

    Alexander Morlang: Nein, um Gleichberechtigung zu erreichen wird ein breites Bündel an Maßnahmen benötigt.

    Wolfram Priess: Die Einführung eines neuen Kriteriums der Diskriminierung kann eine bereits bestehende nur kaschieren, aber nicht aufheben.

    Pavel Meyer: Grundsätzlich nein, es kann aber sinnvolle Ausnahmen geben, mir fällt nur gerade keine ein.

    Simon Kowalewski: Die Einführung von Quoten schafft Ungleichberechtigung.

    Oliver Höfinghoff: Quoten lösen keine gesellschaftlichen Probleme. Sie kaschieren nur die Symptome. Wenn wir etwas für die Gleichberechtigung und gegen jedwede Diskriminierung tun wollen, muss sich etwas in den Köpfen der Menschen verändern.

    Heiko Herberg: Eine Quote bekämpft nur ein Sympthom, nicht die Ursache. Wir sollten uns auf die Wurzel des Problems stürzen!

    Fabio Reinhardt: Es gibt Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft, die sehr tief in den Strukturen verankert sind. Unser Ziel muss es also sein, diese Strukturen zu verändern, um so jedem Menschen die maximalen Möglichkeiten an Teilhabe zu ermöglichen und ihn/sie auch dazu zu motivieren. Dafür gibt es verschiedene Instrumente. Quoten sind eines dieser Instrumente, welches in bestimmten Situationen angemessen sein kann, sie stellen jedoch niemals die Lösung, sondern immer nur einen (temporären) Versuch dar, Veränderungen über einen Umweg zu bewirken. Besser als eine Quote für Politik und Wirtschaft wäre zum Beispiel, dass man sicherstellt, dass man für diese Berufe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert.

    Susanne Graf: Ein Mensch besteht aus mehr als nur seinen äußeren Merkmalen. Seine Fähigkeiten und Kompetenzen sollten ausschlaggebend sein. Quoten sind diskriminierend, da sie nach äußeren Merkmalen entscheiden.

    Alexander Spies: Da Quoten keine Probleme lösen, ein klares JA. Es bleibt die große Herasuforderung, hier andere Wege zu suchen.

    Martin Delius: Die Einführung von Quoten in der Politik und Wirtschaft kann meiner Meinung nach nur temporär und in besonders drastischen Fällen von Ungleichbehandlung eine Besserung herbeiführen. Nachhaltig sind solche Zwänge nicht. Das Konzept der Frauenquote kommt in verschiedenen Gebieten teils schon mehrere Jahrzehnte zum Einsatz. Es ist an der Zeit sich über eine nachhaltige Alternative frei von Zwängen zu bemühen, die den Gesellschaftlichen Wandel zu mehr Gleichstellung unterstützen. Ich sehe dazu viele Instrumente in der Gestaltung des Arbeitsmarktes (Stichwort Generation Praktikum) an sich und nicht in der Firmen und Behördenpraxis.

    Simon Weiß: Das Ziel von Quoten ist ja eh Gleichstellung und nicht Gleichberechtigung. Aber auch dafür halte ich sie in den meisten Fällen nicht für ein geeignetes Mittel.

    Philipp Magalski: Nachweislich tut sie das nicht. Ein Mensch sollte immer aufgrund seines Wesens und seines Handelns beurteilt werden, niemals aufgrund seines Geschlechts.

  • 22 Responses to “Wie die Piratenfraktion über die Quote denkt”

    1. marla sagt:

      Ich bin SO froh endlich mal von einem Piraten das richtige gelesen zu haben:

      http://larsreineke.de/2011/10/18/post-gender-am-arsch/

      Leute, ihr habt keine Ahnung von Genderthemen, es ist zum Heulen. (Und dass der Baum nichts dazu sagt, sagt schon alles, dann bleiben seine bisherigen frauenfeindlichen Antworten aus vergangen Interviews wohl stehen.)

    2. Magda sagt:

      peinlich, einfach nur peinlich.

      gegen die quote gibt es argumente – sogar ganz gute, z.B. aus einer herrschaftskritischen perspektive. ihr zeigt hier allerdings nur, dass ihr keine ahnung vom thema habt. unklar bleibt, welche alternativen möglich sind. die piratenpartei ist und bleibt unwählbar.

    3. Manuel sagt:

      Ich hab dazu auch mal nen Text geschrieben, der vlt. interessant für dich ist.

      Wäre Gandhi Pirat gewesen?

      Mahatma Gandhi ist wohl jedem ein Begriff. Als geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung hat er das Prinzip des gewaltlosen Widerstandes wie kaum ein Zweiter geprägt. Seinem Verständnis nach wäre der gewalttätige Widerstand eine Sackgasse gewesen.

      Einen analogen Weg der Sackgasse verfolgt der etablierte und institutionalisierte Feminismus. Dieser möchte Diskriminierung durch Diskriminierung bekämpfen, was es für mich interessant gemacht hat, diesen Weg im Lichte von Gandhis Prinzipien genauer zu beleuchten.

      „Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.“

      Lässt sich also Frieden durch Gewalt erreichen? Schaut man sich unsere Gesellschaft einmal genauer an, dann stellt man fest, dass sich der etablierte Feminismus immer mehr Feinde selbst erschafft. Schon die bekannten Gesichter des Feminismus glänzten dadurch, dass sie eine Identifikation mit ihnen sehr schwer machten. Der offen zur Schau gestellte Hass auf Männer, aber auch die fehlende Integration von dem Schönheitsideal entsprechenden Frauen, hat dazu geführt, dass Feministin für viele Frauen ein Schimpfwort ist. Viele Frauen streben eben ein friedvolles Verhältnis auf Augenhöhe mit den Männern an und erleben im Streben nach Schönheit eine Erfüllung und empfinden das nicht als Zeichen von Schwäche oder als Unterdrückung durch Männer, sondern durchaus auch als Selbstbewusstsein. (Damit möchte ich nicht sagen, dass Frauen dem Schönheitsideal nacheifern sollten oder so.) Auch Männern wurde vom etablierten Feminismus so gut wie kein Vorbild gegeben, schließlich waren/sind die meisten feministischen Institutionen exklusiv für Frauen.

      Aber auch der Inhalt des etablierten Feminismus hat zu vielen Feminismusgegnern und sogar zu Frauenfeinden geführt. Erinnert euch nur mal an die Shitstorms während der Genderdebatten. Das Thema Gender löst mittlerweile bei so vielen Menschen eine richtige Wut aus, in der sie fast die Kontrolle verlieren. Zumindest kann ich mir so manche Äußerung von eigentlich intelligenten und aufgeklärten Menschen nicht anders erklären. Die Abneigung dieser als systematische Benachteiligung von Männern (und teilweise auch von Frauen) empfundenen Genderpolitik nimmt meiner Beobachtung nach immer mehr zu und führt bei einigen sogar zu frauenfeindlichen und homophoben Gedanken und Überzeugungen.

      Wird dieser Weg der Diskriminierung weiter geführt, dann werden die Feinde dessen immer zahlreicher werden und irgendwann ihrer Wut nicht nur in Shitstorms Luft machen, wodurch dieser Weg der „positiven Diskriminierung“ ein Ende nehmen wird. Der Weg des etablierten Feminismus scheint mir eine klassische Sackgasse zu sein.

      „Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. „

      Als Eva Herman von ihren (durchaus kruden) Thesen immer mehr Menschen für sich gewinnen konnte, da hat der etablierte Feminismus, vertreten durch die Mainstreammedien, durch kluge Argumentation und der Integration von eher dem klassischen Rollenbild nacheifernden Frauen seine breite gesellschaftliche Legitimationsbasis verteidigt… oh wait. Hat er nicht. Er hat mit Gewalt reagiert.

      Eine eher unsichtbare Gewalt übt die Frauenquote aus, denn die Anwesenheit der Frauenquote erlaubt dem Prinzip nach nur Quotenbefürwortern den Aufstieg, weil:

      Ist eine Organisation von oben herab durchquotiert, dann wird jede Stelle mit Quotenbefürwortern besetzt. Denn der Oberste ist automatisch Quotenbefürworter, denn sonst gäbe es ja keine Quote. Dieser besetzt dem Prinzip nach die unteren Untergliederungen dann nur mit (aktiven wie passiven) Quotenbefürwortern.
      Werden die Posten nicht von oben herab besetzt, sondern gewählt, so ergibt sich das selbe Prinzip: Nur wenn die Mehrheit der Wähler eine Quote ablehnen, kann ein Quotengegner gewählt werden. Aber dann gäbe es auch keine Quote.

      Das System Frauenquote ist also selbsterhaltend und auf Unterdrückung von Quotengegnern aufgebaut. Man tut gut daran, seine Ablehnung zur Quote nicht auszusprechen und zum passiven Befürworter zu werden. Dieses Prinzip der Gewalt konnte ich im Gespräch mit einigen Parteimitgliedern der Grünen und Linken sehen: Nur hinter vorgehaltener Hand wird die Ablehnung der „positiven Diskriminierung“ zur Sprache gebracht.

      Als die CSU vor nicht all zu langer Zeit die Frauenquote eingeführt hat, da gab es massiven Widerstand auf dem Parteitag. Und zwar vor allem von jungen Frauen. Die fanden sich nämlich stark genug, sich auch ohne Quote durchzusetzen und wollten nicht paternalisiert werden. Aber wenigstens ist diesen Frauen ein Schicksal erspart geblieben, das den meisten Quotengegnern droht: Sie wurden nicht als frauenfeindlich bezeichnet. Diese Geste der Gewalt bleibt erstmal den Piraten vorbehalten.

      „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

      Die Piraten gehen den Weg der Nichtdiskriminierung um Diskriminierung zu beseitigen. Einfach wird dieser Weg sicherlich nicht, aber die Integrationsfähigkeit und damit das Erfolgsversprechen dieses Weges dürfte dem der Diskriminierer deutlich überlegen sein.

      „Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.“

      Lasst uns doch offensiver mit der Thematik umgehen und dafür sorgen, dass die Medien und die Altparteien die Ruhe verlieren. Oder haben sie das schon längst?

      Wäre Gandhi ein Pirat gewesen?

    4. [...] von Geschlecht als sozialer Kategorie). Da kommt mensch dann auf so wundervolle Sätze wie die der Berliner Piratenfraktion zum Thema Quote. Es ist natürlich auch möglich, die gesellschaftliche Verfasstheit von Geschlecht auch völlig [...]

    5. marla sagt:

      Tja, Herr Abgeordneter, ich lese gerade auf Twitter Deine Kommentare zum Artikel bei “Medienelite”. Geht es bei Euch Piraten noch arroganter? Diskusssionskultur??? Hast Du Dir die Kommentare in der Taz durchgelesen, oder einfach mal Deine eigenen? Oder die der Piraten der letzten zwei Jahre auch zu anderen Themen wie NPD-Mitgliedschaften?
      Ich glaube kaum, dass Du und Deine jedenfalls in Berlin gewählten und damit nun bezahlten professionellen Politiker solch arrogantes Gehabe und diese Kinderkacke noch leisten könnt. Von Euch Piraten kommt in einer Tour ausschließlich feindliche, unfreundliche trollende Kommentare, von wegen “Wer nicht bei uns mitmacht, Pech!” oder “Selbst Schuld” oder “Alle ausser wir sind dumm/scheisse etc.”

      Ihr seid wenige Wochen nach erfolgreicher Wahl nur noch unausstehlich, insbesondere im Netz. Du glaubst doch nicht im ernst, dass erfahrene und/oder studierte Feministinnen und andere Menschen, die sich schon lange mit politischen Problemen wie eben Frauenfeindlichkeit und-benachteiligung, Rassismus etc. auseinandersetzen und diese bekämpfen, es nötig haben sich von Euch beschimpfen zu lassen? Langsam reicht es.

    6. mh sagt:

      liebe marla,

      ich muss dir recht geben. das ist schon sehr arrogant:

      “Enigma424 Fabio Reinhardt
      Hmmm… mein Blogartikel wird verlinkt, aber Kommentare sind unerwünscht. DasjamalneDiskussionskultur… bit.ly/r0RiEh #Medienelite”

      oder auch hier, eine absolute unverschämtheit am feminismus!!!

      “Von mir jedenfalls werden Sie Aussagen wie “Es gibt kein Problem” oder “Wir sind postgender” (was auch immer das eigentlich sein soll) zumindest nicht hören.”

      und dann setzt der noch einen drauf, dieser arrogante arsch:

      “Stattdessen bestätige ich Ihnen gerne, dass die Piratenpartei, genauso wie jede andere Partei, jede andere Institution in Deutschland, von den Problemen rund um die Sozialisierung junger Mädchen und Frauen (und anderer Menschen auch ) betroffen ist.”

      ich bin jetzt mal empört. bis nach der nächsten zigarette *zündel*

      mfg
      mh

    7. Laprintemps sagt:

      @marla @magda

      Ok, sie haben keine Ahnung von Gender-Themen. Passiert. Statt euch jetzt beißreflexartig im Kreis zu drehen, wäre es doch mal angebracht es einfach simpel und klar darzulegen, wieso die Argumente Schwachsinn sind. Ich habe keinen ordentlichen text, außer von Kadda, dazu gelesen. Und die hat sogar angeboten den Piraten es in einem Workshop zu erklären, was auch dankbar angenommen wurde.

      Kein Wunder, dass sich kaum jemand mit den Themen beschäftigen will, wenn Unkenntnis automatisch zu Beschimpfung führt.

      Arrogant ist lediglich die Annahme, dass Genderthemen der Mittelpunkt des Wissens seien. Und was soll bitte eine studierte Feministin sein? Ich bin Feministin und studiert. Zählt das? Feminismus ist doch eine Haltung? Wurde für die Aussage, dass Feminismus ein Thema sei, nicht letzten noch ein Fass aufgemacht? Und jetzt kann man es studieren?

      Ihr wollt die Piraten nicht verstehen. Mehr steckt da nicht hinter. Feindbild ==> Gruppenbildung. Simple Sache. Ihr schafft euch eine abgegrenzte Blase, in der eine gewisse Semantik und Sprachnutzung vorherrrscht, die jedoch nicht allgemein zugänglich ist, sondern Exklusivwissen darstellt. Und wenn ihr die Leute, die dieses Wissen nicht zugänglich gemacht bekommt haben, automatisch angreift, weil sie sich mit Computersoftware, Weltkriegen oder Theater beschäftigt haben, statt mit der Welt des Feminismus, dann … ja, naja, eigentlich solltet ihr das wissen :-(

    8. Verena sagt:

      also, werte pirat*innen,

      bei allem respekt, aber Ihre meinungen zur quote sind aber recht oberflächlich. und eure schlussfolgerungen: aha, weil die quote nicht sofort alle probleme bezüglich geschlechter(un)gerechtigkeit löst, (wer hätte das gedacht!!), ist sie untauglich, und wir lassen sie mal gleich weg. und, um himmelswillen, WER hat eingefordert, dass es die quote bis ans ende aller tage geben soll?? und dann dieses: “Ein Mensch sollte immer aufgrund seines Wesens und seines Handelns beurteilt werden, niemals aufgrund seines Geschlechts.”
      ach, wirklich? also, entweder leben Sie im märchenland, oder Sie sind nicht in der lage, den IST- vom SOLL-zustand zu unterscheiden.
      oder: “Eine Quote bekämpft nur ein Sympthom, nicht die Ursache. Wir sollten uns auf die Wurzel des Problems stürzen!” … das finde ich auch sehr tiefsinnig. war wohl zu viel verlangt, sich zu überlegen, WIE das vonstatten gehen soll. ich hätte da einen vorschlag: schauen Sie sich doch mal diese Abgeordneten-Liste hier an (weil, gell, das fällt schon auf, 15 leute, davon 14 männer, hm).
      und fragen Sie sich, was mensch machen könnte, dass da auch mal frauen lust bekommen, sich zu beteiligen denn offenbar haben sie augenblicklich ja keine lust. und das könnte vielleicht an der gesprächskultur liegen. oder an bestimmten umgangsarten. nur so als überlegung. aber vielleicht ist es Ihnen ja auch egal.

      schade.

    9. Cassandra sagt:

      @Laprintemps

      ich bin weder maria noch magda, aber da Du einen Punkt ansprichst, der mir bei der ganzen Diskussion zunehmend auf den Keks geht, schalte ich mir jetzt einfach ein.

      Mein Problem:

      Die Piraten verstehen sich als Internetpartei, aber können aus irgendwelchen Gründen das Internet nicht eigenständig bedienen.

      Zu all’ den Gender/Feminismus/Kritik/Usw.-Themen gibts es unzählige Blogs, Seiten, Youtubevideos und noch viel mehr.

      Seit Jahren schreiben alle möglichen Leute sich die Finger wund, erstellen Content, diskutieren Inhalte, üben Kritik und noch viel mehr.

      Es gibt Inhalte für EinsteigerInnen, für Eingeweihte, für Skeptische, für QuereinsteigerInnen und noch viel mehr.

      Wenn die Piraten so ein Interesse daran haben, dazu zulernen dann sollten Sie sich nicht bedienen lassen wollen, sondern vielleicht mal einfach aus eigenem Antrieb das Internet nutzen um mehr über Femninismus zu erfahren … und noch viel mehr.

    10. marla sagt:

      Ja, Laprintemps Du tauchst einfach ÜBERALL auf, nicht wahr? Du bist die allerletzte Person mit der man diskutieren kann. Studiert? Feministin?

      Ich bin dann mal im Keller.

      @mh Was ich oben schrieb, ist _mein_ Eindruck der Piraten, ich könnte hunderte Zitate bringen. und scheinbar bin ich mit meiner Meinung auch schon lange nicht mehr die einzige.

      Ein Beispiel:

      http://twitter.com/#!/ennomane/status/126427668798373890

      http://twitter.com/#!/Enigma424/status/126428318533816320

      Ich habe oben nicht umsonst den Artikel von Lars Reineke verlinkt. Wie gesagt, ich bin froh, dass sich wenigstens vereinzelt Piraten zeigen und zu Wort melden, die tatsächlich an Diskussionen und Lösungen interessiert sind. Aber wahrscheinlich und das zeigen Eure Kommentare hier auch wieder eindeutig ist es verschwendete Energie.

    11. Magda sagt:

      @Laprintemps

      auch wenn ich nicht existiere, um den piraten etwas zu erklaeren (was ist das eigentlich fuer eine haltung, immer alles erklaert bekommen zu wollen?), habe ich einen artikel rausgesucht (von ungefaehr 12millionen, die im netz existieren), der vielleicht ganz gut erklaert, warum eine quote sinnvoll ist. auch die suchfunktion auf der maedchenmannschaft ist nuetzlich.

      http://maedchenmannschaft.net/reden-wir-doch-mal-ueber-die-maennerquote/

      selbstverstaendlich ist die quote kein allerheilmittel! aber die pampigen, uninformierten, vor privilegien strotzenden aussagen wie oben zeigen eigentlich nur, dass ihr einfach keine kompetenten menschen zum thema habt.

      ach ja, apropos ausschluesse produzieren und so:

      “Ihr schafft euch eine abgegrenzte Blase, in der eine gewisse Semantik und Sprachnutzung vorherrrscht, die jedoch nicht allgemein zugänglich ist, sondern Exklusivwissen darstellt.”

      merkste selber, ne?

    12. Flexi sagt:

      Ach, ich bin so froh,
      dass mir bereits mehrere selbstbewusste Frauen erklärt haben, dass sie sich von einem angehängten “-in” diskrimiert fühlen.
      Dass sie eben nicht _nur_ Ärztinnen, Maskenbildnerinnen oder Journalistinnen sind, sondern durchaus vollwertige Ärzte, Maskenbildner und Journalisten.
      Es gibt mehr Unterschiede zwischen Ost- und West-Maskenbildnern, zwischen Alt- und Jung-Ärzten, zwischen Studiert- und Achtklässler-Journalisten als zwischen Geschlechtern.
      Das würde natürlich niemand noch extra sprachlich betonen.
      Warum? Weil es diskriminierend wäre bei gleicher Kompetenz!
      Vielen Dank, liebe Piraten, dass Ihr Euch so klar zur Realität bekennt, wohlwissend, dass man sich damit in gewissen Kreisen durchaus Feinde macht…

    13. mh sagt:

      “auch wenn ich nicht existiere, um den piraten etwas zu erklaeren”

      privilegienmuschi.

      mfg
      mh

    14. mh sagt:

      @marla: es gibt nicht sonderlich viele methoden der kommunikation. eine der unwirksamsten ist das pauschale beleidigen ganzer gruppen und das fand hier statt.

      genauso unwirksam ist es, menschen erst mal zu erklären sie seien dumm, man selbst habe das wissen gebunkert, aber man sei sich zu fein, dies zu erklären.. weil es ja 50 mrd. quellen in diesem internet gibt die die eigene meinung belegen.

      das ist keine kommunikation, das ist bashing vom feinsten.

      wer sich mal die mühe macht, sprich zeit investiert, und den menschen, dazu gehören auch diese piraten, zu reden und ihnen dinge zu erklären, der wird sehr schnell feststellen, dass vieles eben nicht so dogmatisch gesehen wird, wie es teilweise im internet rüberkommt.

      eine freie gesellschaft lebt nun mal von der steten kommunikation über alle möglichen themen. deine sichtweise ist ähnlich sinnvoll wie die von magda. internet lesen und ne meinung haben, diese undifferenziert in die welt hauen und sich dann zwischendurch mal dazu “herablassen (!)” nen link zu posten.. mit der suchfunktion als ultimativen beweis der eigenen meinung.

      das führt zu dogmatischen und aufgeheizten diskussionen die absolut niemanden weiterbringen aber das eigene weltbild bestätigen. zu mehr dient das auch nicht…

      mfg
      mh es ist apfel

    15. Cassandra sagt:

      @mh

      1. Niemand ist sich zu fein, etwas zu erklären.

      Erklärungen zu Gendergedöns und Kritik daran und Kritik an der Kritik daran usw. gibt es schon seit Jahren. In allen möglichen Formaten. Im Internet.

      Man muss nur allerdings dieses Netz, mit dem ihr anscheinend so wenig Erfahrung habt, auch nutzen wollen und nicht darauf bestehen das einzelne NutzerInnen gefälligst VollzeiterklärbärInnen sein sollen, die alles auf dem Silbertablett servieren.

      Die Piraten wissen schon was Suchmaschinen sind, ja?

      Und das man auch nach Erklärungstexten suchen kann, die schon längst in der Vergangenheit geschrieben wurden und auch noch für die Gegenwart Relevanz besitzen?

      Das ist Anfänger-Timey-Wimey-Wissen. Um zu der Erkenntnis zu kommen muss man sicher kein Zeitreise-
      oder gar Genderdiplom haben.

      2. Zu deinem vierten Absatz: Erklärst Du gerade, dass die Leute in Deutschlands Internetpartei sich nicht richtig im Internet präsentieren können? WTF??

      c. http://scans-daily.dreamwidth.org/2008916.html

      so hier. Links. Zu themenrelevanten Inhalten. Weil draussen die Sonne scheint. Und ich noch dieses kleine Stück Alupapier bei mir im Kühlschrank gefunden habe, das so ein wenig wie ein Silbertablett aussieht.

    16. mh sagt:

      @Cassandra:

      das kann man so sehen. dann sollte man nur nicht hergehen und anderen leuten verkünden, wie dumm sie doch sind.

      das schöne an dieser argumentation ist doch, dass hier menschen vorgeworfen wird, dass sie keine ahnung haben und zugleich wird behauptet, man selbst habe ahnung.

      und diese menschen, die keine kompetenz zu diesem thema bessitzen, sollen nun anerkennen, dass jemand ahnung hat. das können die aber nicht beurteilen, wenn ihnen die (abgesprochene) kompetenz fehlt.

      nun, ich kann solchen menschen an dieser stelle auch etwas absprechen: soziale kompetenz.

      dazu findet man übrigens auch etwas im internet:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz

      mfg
      mh

    17. Cassandra sagt:

      @mh

      Magst du mal darüber nachdenken, wie sehr man deine Definition von Keine-Ahnung-Habenden und Kompetenz-Habenden (die ich im übrigen in dieser Form nicht teile) exakt auf das Selbstbild der Piratenpartei und die Häme über “Internetausdrucker” anwenden kann?

      Und dann zwei Zitate aus der von mir verlinkten Seite:

      “We recognize that not everyone starts from the same place when it comes to discussions of discrimination, oppression, and privilege”

      “…Or someone who’s exploring this stuff in depth for the first time? This section is for you.”

      Was willst Du denn noch?


      Ich sehe deinen Wikipedia-Link und erhöhe um einen Link zum Geek Feminism Wiki:
      http://geekfeminism.wikia.com/wiki/Tone_argument

      • Laprintemps sagt:

        @cassandra dass diese Maßstäbe gelebt werden. ich kämpfe gegen die hämischen Internetausdruckbeschimpfer ebenso, wie gegen Feminismus, der sich weigert niedrigschwellig zu sein. Ich mache auch mal witze, etc. aber ich versuche den Menschen das nahe zu bringen, was ihnen fern ist. Das ist es, was mh sehen will: Aktiv Teilhabe ermöglichen

        • Cassandra sagt:

          @Laprintemps
          Meine erste Antwort hat wahrscheinlich der Spam-Filter aufgrund zu vieler Links gefressen, deswegen versuch ich‘s nochmal kürzer:

          Kritik am Feminismus ist super. Ist auch nicht neu:
          http://meloukhia.net/2011/03/why_im_leaving_feminism.html

          http://www.racialicious.com/2011/03/08/feminism-for-real-deconstructing-the-academic-industrial-complex-of-feminism/

          Es gibt zwar so einiges an geistigen Tieffliegern was Kritik am Feminismus betrifft, aber auch jede Menge kompetentes Material. Wenn Du also daran arbeiten willst, schaue ich gerne mal bei deinem Blog vorbei.

          Das Problem, was die Diskussion hier betrifft, ist allerdings nicht, dass Piraten Kritik am Feminismus üben wollen, sondern dass die Piraten kaum einen Schimmer haben über was sie da eigentlich reden.
          Die oben zitierten Aussagen zum Thema „Quote“ bspw. strotzen nur so von Floskeln, heißer Luft und Aussagen die irgendwie ganz nett klingen, aber keine Substanz haben. Ihr seid also erfolgreich im Politikgeschäft angekommen! ;)

          Wenn die Piraten nur einen Bruchteil der Internetkompetenz haben, die sie für sich immer so lautstark beanspruchen, hätten sie jede Menge Links zu verschieden quotenkritischen Texten angeben können; die gibt es nämlich durchaus auch in der „Gendergedönssphäre“ des Internets.

          So wie jetzt aussieht bleibt für mich aber immer noch die Schlussfolgerung von weiter oben:

          Die Piraten können nicht mit dem Internet umgehen.


          *daumendrückwegenspamfilter*

          • laprintemps sagt:

            @cassandra

            dass du nur englische texte postest ist leider nicht hilfreich. also ich hab’s jetzt zufällig studiert … :-)) Davon auszugehen, das jeder so gut Englisch kann, finde ich schon etwas bizarr.

            Sonst: Danke.

    18. [...] Ich halte mich im Regelfall aus den Feminismus- oder Rassismus-Debatten dieses Internets raus. Die Ausnahmen sind Kommentarschlachten erheiternder Natur oder auch einfach nur dann, wenn es mal wieder zu sehr ausartet. [...]

    19. [...] 15 Piraten, veröffentlicht die Antworten der Fraktion kurz nach deren Einzug ins Abgeordnetenhaus in seinem Blog: 15 mal “Nein”. “Die Einführung von Quoten schafft Ungleichberechtigung,” [...]

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